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März 1998 - n3, page 57

 

 

 

 

Eine Ruine der Moderne

Die Villa Cavrois im nordfranzösischen Croix, ein Hauptwerk des Architekten

Robert Mallet-Stevens, soll vor dem Zerfall bewahrt werden.

Die Ietzte von Robert Mallet-Stevens erbaute Villa war ein Auftrag des Textilindustriellen Paul Cavrois und wurde im Frühjahr 1932 fertiggestellt. Der in einen Park eingebundene Bau, dessen Interieur ebenfalls von Mallet-Stevens stammte, war ein äusserst homogenes Werk, das Luxus und Modernität miteinander verband.

Hinter den gelben Backsteinmauern spielte sich vor dem Krieg ein Familienleben ab, das, durch in die Wand eingelassene elektrische Uhren geregelt, von einer internen Telefonanlage, sieben Badezimmern und einem Schwimmbassin im Garten bestimmt war. Man benützte den Lift, um in die Obergeschosse zu gelangen, man vergnügte sich auf riesigen Terrassen und genoss vom Belvedere herab die Aussicht auf die Landschaft der Umgebung.

Ab 1947 wurde die Villa in Wohnungen unterteilt und seither immer wieder umgebaut. 1986 verkaufte die Familie den Besitz an eine Immobiliengesellschaft, die vor allem darauf bedacht war, das Grundstück zu parzellieren.

Das verlassene Haus wurde aIsbald geplündert, besetzt und verwüstet. Niemand unternahm etwas dagegen. Erst Ende 1990 wurde die Villa zwar unter Denkmalschutz gestellt, man überliess sie aber weiterhin dem Zerfall, bis sich 1991 ein Verein konstituierte, der sich zum Ziel setzte, den Bau zu retten. Seither wirbt der Verein für Unterstützung, damit die Villa mit dem Park restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.

 

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